XLIFF

XLIFF (XML Localisation Interchange File Format) ist ein von XML abgeleiteter Standard, der zur Behebung zahlreicher Probleme im Management mehrsprachiger Übersetzungen entwickelt wurde.

Die erste Version wurde im Mai 2001 von einer Gruppe herausgegeben, die aus Technologieunternehmen wie IBM, Novell, Oracle und Sun Microsystems bestand.

Im Dezember 2001 wurde XLIFF von der OASIS  (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) standardisiert und im Oktober 2003 wurde die offizielle Spezifikation für die Version 1.1 herausgegeben.

Dieses Format verfügt über ein sehr einfaches Grundkonzept:

 

Aus dem Originaldokument werden einerseits die zu übersetzenden Contents (translations units) und andererseits alle nicht übersetzbaren Elemente (skeleton) extrahiert.

Nach Beendigung der Übersetzung werden beide wieder zusammengeführt, woraus das Enddokument entsteht.

Der Hauptvorteil bei der Benutzung des XLIFF-Formates besteht in der vollständigen Trennung von Inhalt und Form, was den Übersetzungsprozess eines Dokuments erheblich vereinfacht.

Der Prozess ohne Verwendung von XLIFF:

In diesem Fall ist es Aufgabe des Übersetzungsunternehmens, die verschiedenen empfangenen Formate in ein Format umzuwandeln, das mit dem verwendeten CAT-System kompatibel ist.

Wichtigste Nachteile bei dieser Vorgehensweise:

  • Die Mehrzahl der heute für die Dokumentenverarbeitung verwendeten Formate trennt nicht die Inhalte von der Form (Layout);
  • Notwendigkeit seitens des Übersetzungsunternehmens, die Dokumentenform zu managen (Layout, Grafik);
  • Demzufolge erhöhte Aufwendigkeit des Managements, was sich in gesteigerten Realisierungskosten äußert, die sich auf den Endkunden niederschlagen.

Der Prozess mit Verwendung von XLIFF:

 

Im zweiten Fall verwendet der Kunde selbst Tools, die nativ das XLIFF-Format unterstützen oder Tools, die ein Dokument im XLIFF-Format erstellen können, das dann an den Übersetzungsdienstleister geliefert wird.

Zahlreiche Vorteile:

  • Komplette Trennung von Inhalt und Form;
  • Optimierung der Managementstrukturen (jeder übt seinen eigenen Beruf aus!);
  • Folgliche Kostensenkung.

Beispiel für eine XLIFF-Datei:

<xliff version='1.1' xmlns="urn:oasis:names:tc:xliff:document:1.1">
<file original="file1.prop" source-language="en-US" datatype="javapropertyresourcebundle">
<header>
 <skl><external-file href="file1.prop"/></skl>
</header>
<body>
 <trans-unit id="1" resname="id1">
 <source xml:lang="en-US">Zu übersetzender Text 1</source>
 </trans-unit>
 <trans-unit id="2" resname="id2">
 <source xml:lang="en-US">Zu übersetzender Text 2 </source>
 </trans-unit>
</body>
</file>

An diesem Beispiel ist ersichtlich, dass die Grundstruktur einer XLIFF-Datei aus den folgenden Elementen besteht:

  • XML-Erklärung (bestehend aus zwei Versionselementen und diesbezüglichem Namespace) (in Grün);
  • Merkmale der verarbeiteten Datei (Name, Quellsprache und Typ) (in Rot);
  • Ein Header (in Braun);
  • Im Headerbereich wird unter den Markierungselementen <skel> der Name und der Pfad der Strukturdatei (skeleton) angegeben (in Blau);
  • Ein Body (in Braun);
  • Innerhalb des Bodybereichs befindet sich ein erstes Element namens trans-unit, das die zu übersetzenden Testsegmente kennzeichnet. Man beachte das Attribut id, das eindeutig jedes zu übersetzende Segment identifiziert (in Blau);
  • Und schließlich der eigentliche Text zwischen den Markierungselementen <source> (in Blau).

Dienstleistungen von Mercury:

  • Beratung bei der Auswahl der XLIFF-basierten CAT-Systeme;
  • Konzeption, Implementation und Support der XLIFF-basierten CAT-Systeme.